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2019-07 Peaks of the Balkans

16. Juli 2019
2019-04 PFÄLZER WEINSTEIG Etappe 5-10
15. April 2019
 

Peaks of the Balkans

Zelttrekking vom 29.06. bis 15.07.2019

Der Peaks of the Balkans Trail (“Gipfel des Balkans”) ist ein 192 Kilometer langer Wanderweg der auf zehn Etappen das Dreiländereck Albanien, Kosovo und Montenegro verbindet. Der südlichste Ausläufer der Dinariden / Dinarischen Alpen bietet dabei die einmalige Szenerie. Das Gebirge verläuft zuerst parallel zur Adriaküste von Slowenien nach Süden, in Albanien inland und endet dann im Kosovo. Vor Ort nennt man den Gebirgszug die Albanischen Alpen, Prokletije (Slavisch) oder Bjeshket e Namuna (Albanisch), übersetzt sind das die nach ihrer Wildheit benannten “Verwunschenen Berge”.

Der folgende Routenplan dient als Anhaltspunkt und wir oft so gelaufen bei übernachtungen in Gasthäusern. Da wir mit unserem Zelt frei waren, haben wir immer vor oder nach dem jeweiligen Zielort uns einen schönen Platz gesucht.


Viel Spaß beim Lesen und Bilder schauen!



Eure Dreamhiker


Beitrag ist in Arbeit!!!!!!

29. und 30.06.: Flug in den Kosovo nach Pristina und eine kleine Rundtour in der Hauptstadt

Nachdem wir die erste Nacht in dem Hotel verbracht hatten, beschlossen wir, bis zum Start um 14.00, noch Pristina anzuschauen. Eine Bedienstete vom Hotel, bot uns an kostenlos in das Zentrum zu fahren. So waren wir nach 10 Minuten Fahrt direkt in der Fußgängerzone. Wir besuchten die Maria Teresa Kathedrale, den Newborn Platz (wurde vor 20 Jahren zu Ehren der Unabhängigkeit der Republik Kosovo errichtet) und viele Kleinigkeiten. Zu Fuß ging es dann 4 km zurück zum Hotel, wo unser Taxifahrer bereits wartete um uns zu unserem Ausgangspunkt in Rëge Allagës zu bringen.


Unsere Route



Tag 1: Fahrt in die Rugova Schlucht - Rëke Allagës
3,8km ▲450m ▼0m

Tag 2: Rëke Allagës - Drelaj - Dugaive - Kuçistë
23,7km ▲1391m ▼1314m

Tag 3: Kuçistë - Liqeni i Kuçistë - Jelenkapass - Zedlo Savoj - Babino Polje
17,7km ▲1261m ▼1115m

Tag 4: Babino Polje - Hridsko jezero - Katun - Plav
22,3km ▲981m ▼1509m

Tag 5: Plav - Vusanjepass - Vusanje
21,9km ▲1401m ▼1366m

Tag 6: Vusanje - Ligeni Geshtares - Pejëpass - Theth
20,2km ▲1130m ▼1464m

Tag 7: Theth - Valbonapass - Rragami - Valbona
18,0km ▲1371m ▼1193m

Tag 8: Valbona - Çerem
16,1km ▲984m ▼774m

Tag 9: Çerem - Balqin - Dobërdol
17,4km ▲1355m ▼751m

Tag 10: Dobërdol - Roshkodolpass - Zedlo Savoj - Roshkodol - Milishevc
23,0km ▲1437m ▼1498m

Tag 11: Milishevc - Rugova Camp
11,0km ▲538m ▼1129m

Tag 12: Rugova Camp durch die Rugovaschlucht - Pejë
15,0km ▲0m ▼420m












30.06.2019 1. Etappe Start in Rekë Allagës

Nach 2 Stunden Fahrt, kamen wir in Rekë Allagës an. Unser Startpunkt vom Peaks of the Balkans.
So liefen wir schwerbepackt (unsere Rucksäcke wiegen mit 2l Wasser immerhin 20-22 kg), erstmal stetig nach oben. Mithilfe unseres GPS fanden wir dann auch immer den Weg, da die Beschilderung sehr spärlich ist. Um 17.30, nach ca. 1,5h, fanden wir dann ein schönes Stück Wiese und beschlossen dort unser Zelt aufbauen.


01.07.2019 2. Etappe Rëke Allagës nach Kuçistë

Nach einer erholsamen Nacht, weckte uns die Sonne mit strahlend blauem Himmel um 6.15 Uhr. Nach dem Frühstück geht es erstmal gefühlte 1000 Höhenmeter durch den Wald nach oben. Eigentlich wollten wir noch eine Gipfeltour machen, aber da da es so heiß war, haben wir das lieber mal weggelassen am ersten richtigen Tag! Erstmal einlaufen und nicht übertreiben!
Wir lernten auch, dass rotweisse Wegmarkierungen nicht unbedingt den richtigen Weg markieren und so liefen wir erstmal in die falsche Richtung. Nachdem wir dann unseren Fauxpas festgestellt hatten, begannen wir mit dem Abstieg nach Pepaj. An dem Picknickplatz hinter dem Friedhof hatten wir einen schönen Blick auf das Dorf und genossen die Ruhe. Weiter sollte es eigentlich zum zweiten Friedhof nach Pepaj gehen, aber wiederum verpassten wir die Abzweigung und folgten der rotweissen Markierung. Wir folgten einem Fahrweg, der uns dann letztendlich an Drelaj nicht ankommen ließ. Ein Schild zeigte uns, dass wir schon auf dem Weg nach Dugaive waren. Da wir nicht wieder zurück nach Drelaj laufen wollten, nahmen wir diesen Weg.
In der glühenden Hitze ging es 2 km bergauf, bis zur Brücke, die man überqueren muss. Unter der Brücke war ein kleiner Bach mit Gumpen, in dem wir uns erstmal komplett abkühlten. Thomas filterte noch 3 Liter Wasser, für unseren Abendessen- und Frühstücks- Wasserverbrauch. In Dugaive angekommen, sahen wir schon das Schloss, an dem wir vorbeilaufen mussten.
Danach ging es noch kurz und knackig nach oben auf das Plateau, bevor der Abstieg nach Kucishtë beginnt. Auf diesem Plateau fanden wir einen wunderschönen Zeltplatz und beschlossen, hier zu nächtigen. Wir genossen den Sonnenuntergang und die herrliche Rundumsicht.

02.07.2019 3. Etappe Kuçistë nach Babino Polje

Nachdem wir den Weg gefunden hatten, was trotz Navi nicht ganz einfach war, begannen wir mit dem Abstieg. Im festen Glauben, auf dem richtigen Weg zu sein, liefen wir abwärts. Nachdem nirgendwo eine rotweisse Markierung zu sehen war, schauten wir wieder auf unser Navi und entdeckten, dass wir wiederum die Abzweigung verpasst hatten, aber trotzdem nach Kuçistë gelangen würden.
Wir kamen an den ersten Häusern vorbei und schon begrüßte uns jemand aus seinem Garten. Er lud uns ein, einen Kaffee mit ihm und seiner Frau zu trinken, was wir gerne machten. Er sprach sehr gut Englisch und so erfuhren wir viel von seiner Familie. Seine Frau servierte uns währenddessen kalte Fanta, Süßigkeiten und Thomas trank einen Raki. Der Kaffee folgte und das nette Ehepaar wollte uns sogar noch ein Mittagessen zubereiten.
Aufgrund unseres Zeitpensums lehnten wir jedoch dankend ab. Wir verabschiedeten uns herzlich voneinander und waren sehr demütig, wie freundlich hier die Menschen sind im Vergleich zu uns Deutschen.

In Kucishtë angekommen, müssten wir erstmal einen Kilometer auf der Teerstraße laufen, bevor es links den Berg zu den Liqeni i Kucishtës ging. Auf halber Strecke entschieden wir uns einem Waldweg zu folgen und nicht wie eigentlich der Routenverlauf war, weiter auf der Teerstraße. Wir passierten einen kleinen Ort, der tatsächlich einen Minimarkt besass, wo wir uns 2 Bier, 2 Bitterlemon und 2 Snickers für 2,80 Euro leisteten.
Kurz nach dem Ort ging es steil bergauf, so dass wir erstmal unser erstes Bier tranken und die Riegel aßen.
Bis zum ersten See waren es bestimmt noch 200 Höhenmeter, die es sehr steil in der prallen Sonne nach oben gingen. Am See angekommen, zogen wir uns Badesachen an und erfrischten uns in dem herrlich kühlen und klaren See.
Nach der Mittagspause wanderten wir erfrischt weiter zum Liqeni Drelajve, der dunkelgrün schimmert. Ab hier waren es noch 450 Höhenmeter auf einer Strecke von 2,5 km zu erklimmen. Es war echt hart, aber wir fanden kurz vor dem Jelenkapass eine schöne Wiese neben einer kleinen Quelle...unser Zeltplatz für die Nacht.
Hoch oben ohne eine Menschneseele......

03.07.2019 4. Etappe Babino Polje nach Plav

Nach dem Frühstück mussten wir noch den Restanstieg vom Jelenkapass bewältigen. Danach war es richtig schön zum kleinen See zu wandern.
Es ist zwar ein Abstieg, aber dieser geht ganz sanft durch Blumenwiesen. Einfach herrlich, diese Blumenpracht, mit unendlich vielen Schmetterlingen.
Am See angekommen, wanderten wir sehr lange durch einen schönen Nadelwald und danach wieder leicht bergauf bis zum Wegweiser Prevoj-Jelenak. Dann ging es wieder moderat den Berg runter und es mussten 2 Bäche überquert werden. Kurz nach dem zweiten Bach ging rechts der unscheinbare Weg nach Babino Polje ab.

Der letzte Abstieg begann, war streckenweise sehr steil und durch sehr hohe Blumenwiesen. Wir waren stolz wie Bolle, uns diesmal nicht verlaufen zu haben. In Babino Polje kühlen wir erstmal unsere heiss gelaufenen Füsse im eiskalten Bach ab. Nachdem Mittagessen ging es dann weiter auf einem moderaten Fahrweg nach Katun Bajrovica, das ca. 150 Höhenmeter ausmachte. Dort fanden wir kurz vor dem eigentlichen Ort, ein nettes Cottage, wo wir uns ein Bier und Fanta (Bier/Fanta Radler kann man durchaus trinken!) gönnten. Die Besitzerin war traurig, dass wir nicht in einem ihrer netten Holzhäuschen übernachten wollten.

Doch wir wollten unbedingt noch zum Hridsko Hetero See. Der Anstieg zum See war durch einen Nadelwald, was uns bei der Hitze entgegen kam, aber wir wurden von Moskitos fast aufgefressen, da wir überhaupt nicht an Mückenspray dachten. Das wird sich morgen in Plav aber auf jeden Fall ändern!!! Am See angekommen, zogen wir sofort die Badesachen an und sprangen in das kühle Nass.
Kein Urlaub ist schöner 😍 Als wir eigentlich schon wieder zu unseren letzten km aufbrechen wollten, kamen unsere montenegretischen Nachbarn und stellten uns 2 Bier hin. Okay, dann muss der Aufbruch ja verschoben werden 😉

Nach dem Bier und tollen Gesprächen, brachen wir für unsere letzten km ziemlich angeschweißt auf. Wieder ging es durch den Moskitowald und wir hatten echt damit zu tun, nicht hunderte von Stichen zu kassieren. Eigentlich wollten wir an einer Holzhütte zelten, lasen dann aber im Reiseführer, dass in 500 m ein Plateau mit grandioser Aussicht kommt. Zum Glück entschlossen wir uns weiter zu gehen..Dieser Ausblick ist einfach unsagbar schön und wir konnten noch den Sonnenuntergang geniessen.

04.07.2019 5. Etappe Plav nach Vusanje

Am Morgen wurden wir wieder durch einen wunderschönen Sonnenaufgang geweckt. Der Nebel hing noch im Tal, aber auf den Bergen war schon blauer Himmel und Sonne.
Frohen Mutes liefen wir los, durch den Kiefernwald. Am Anfang noch in kurzer Hose und Shirt, was sich aber bald durch die steigende Anzahl an Moskitos änderte. Bald hatten wir trotz Hitze langärmelige Sachen an und lange Hosen. Noch nie hatten wir soviel Moskitos irgendwo erlebt.
Nach 3,5 km erreichten wir das erste Haus von Katun Treskavica, wo wir sofort von einem Mädchen begrüßt wurden. Wir tranken dort Kaffee und Limo. Das Mädchen konnte mit seinen elf Jahren schon perfekt Englisch sprechen. Wir waren begeistert. Danach ging es den Fahrweg hinunter, über eine Brücke am Fluss und kilometerweit über einen Waldfahrweg.
Gegen Mittag trafen wir in Plav ein. Zuerst ging es in die Apotheke und zum Supermarkt.Cevapcici gönnten wir uns auch noch.

Der Weg von Plav nach Vusanje ging erstmal wieder steil bergauf, bis zu einer Frischwasserquelle.Dort machten wir in der Mittagshitze erstmal Siesta. Von hier hatte man einen wunderschönen Blick auf Plav und den See. Weiter ging es auf einem Waldfahrwege mit Blick auf den Himmel, der Gewitter, bzw. Regen verkündete. Ursprünglich wollten wir auf eine Wiese mit Wasserquelle, aber dort kamen wir leider nicht an. Stattdessen liefen wir Höhenmeter um Höhenmeter durch einen Nadelwald wiederum mit langärmeligen Sachen, da die Moskitos Frischfleisch witterten. Um 18.30 Uhr erreichten wir dann endlich eine Lichtung, wo wir unser Zelt aufstellen konnten. Vermummt, wegen der Moskitos, die in Heerscharen über uns hereinfielen und in jedes freie Fleckchen Haut stachen.

Aber wiedermal ein einmaliger Sonnenuntergang.....

05.07.2019 6. Etappe Vusanje nach Theth

Den heutigen Tag kann man als "Genusstag" werten. Obwohl es eigentlich nicht gut anfing, da wir erst ca 1 km in die komplett falsche Richtung liefen. Zum Glück bemerkte Thomas unseren Fehler und wir kehrten um und fanden dann auch den sehr unscheinbaren Weg. Es ging sehr sehr steil den Berg hoch und wir mussten jeden Schritt mit Bedacht setzen, damit man ja nicht rückwärts den Berg runter fällt.
Der Ausblick auf Plav mit seinem See war dann echt grandios.
Der Rest zum Vusanjepass war dann aber sehr moderat über schöne Wiesen, aber Heerscharen von Moskitos. Wir begegneten einem Hirten, der seine ca. 200 Schafe nach oben trieb, wo wir dann 10 Minuten dem Schauspiel zusehen mussten😉.

Auf dem Abstieg nach Vusanje begegneten uns 2 Frauen mit Pferd, die uns erzählten, dass es weiter unten Getränke und Essen geben würde. Nach ca. 500 Metern hatten wir die Holzhütte erreicht und wir wurden schon freundlich empfangen. Wir gönnten uns 2 Bier, frisch gebackenes Brot direkt aus dem Ofen und Käse. Weil das Brot noch etwas dauerte bekamen wir als Entschädigung einen Joghurt. Zum Käse gab es Tomaten und Gurken, liebevoll von den Kindern, die ihre Sommerferien dort verbringen, serviert. Sie berichteten, dass sie zu Zehnt dort für 3 Monate leben. Angesichts dieser Tatsache überlegten wir uns, welche Kinder das in Deutschland tun würden, ohne Internet und strom!?
Nach 1,5 h und einem Kaffee ging es dann weiter nach Vusanje. Wir fanden schnell den Wasserfall, der tief hinab in einen unterirdischen See fallen soll. Wir tranken noch eine Cola im dortigen Restaurant und hatten tatsächlich Free Wifi.

Nach diesen vielen Genüssen wollten wir noch weiter zum Liqeni Geshtares, unserem heutigen Etappenziel. Es waren noch gut 6,5 km zu laufen und völlig unspektakulär. Wir fanden den Weg und zelteten direkt am See, mit Lagerfeuer...
So schön kann Urlaub sein 😍

06.07.2019 7. Etappe Theth nach Valbona

Nach dem Frühstück liefen wir den kleinen See entlang und dann gleich Mal 250 Höhenmeter durch einen schönen Buchenwald ohne Moskitos. Aus der besagten Wasserstelle kam nur noch ein Rinnsal und wir mussten warten, bis eine Gruppe vor uns ihre Flaschen befüllte. Quasi eine Zwangspause.
Frisch gestärkt ging es weiter bergauf zu einem ehemaligen Militärgebäude und weiter zum ersten kleinen Pass. Danach wieder 100 Höhenmeter abwärts zu einem kleinen See, um danach gleich wieder 100 Höhenmeter zum Pejëpass aufzusteigen. Dort trafen wir auf mehrere Tagestouristen.

Der Abstieg nach Theth gestaltete sich sehr beschwerlich, da es extrem steil und heiß war. 2 km vor Theth, würden wir von Maria abgefangen, die unbedingt wollte, dass wir in ihrem Guesthouse Kulla- E-Sadrilukes-Okol übernachten. Aber wir schlafen erstens im Zelt und zweitens wollten wir noch ein Stück Richtung Valbona. Aber wir aßen bei ihr. Es gab zwar keine Speisekarte, aber erst kamen ungefragt zwei Bier, danach 4 Stück gegrillte Hähnchenbrust, ein Teller mit frittierten Kartoffeln, gegrillte Paprika, ein riesiger Teller Schafskäse, ein Korb voll Brot und zuletzt noch 1 Liter Wasser...wow wer sollte das essen???? Das ganze für 15EUR!!

Nach diesem Festmahl setzten wir unseren Weg fort, was sehr beschwerlich mit vollem Magen war. Kurz vor Theth geht es links nach Valbona. Wir sparten uns die Kilometer nach teth und gingen direkt Rchtung Valbona. Die ersten Höhenmeter waren unser Tod!! Absolut steil und heiss mit vollem Magen. Nach 2 km erreichten wir eine Quelle, wo wir erstmal nur tranken und 6 Liter Wasser mitnahmen. Zum Glück kam 5 Minuten später eine Wiese auf der wir sofort beschlossen, unser Zelt aufzustellen. Dieser Tag war wirklich sehr anstrengend.
Aber wieder ein herrlicher Zeltplatz!

07.07.2019 8. Etappe Valbona - Çerem

Wir erlebten heute Morgen wieder blauen Himmel und strahlende Sonne beim Erwachen. Nachdem wir alles zusammengepackt hatten, ging es durch den Buchenwald steil bergauf. Nach ca. 1 Stunde und 250 Höhenmetern, erreichten wir eine absolut liebevoll hergerichtete Waldbar, in der wir unseren Flüssigkeitshaushalt erstmal auffüllten.
Weiter ging es stetig bergauf auf den Valbonapass. Die Sicht auf die umliegenden Berge war phänomenal. Hier sahen wir auch das erste Mal verstärkt Maulesel, die das Gepäck der Touristen trugen. Unglaublich wie die Tiere solche Wege bergauf, bzw. bergab meistern können. Die nächste Rast legten wir im Waldcafé ein, wo wir inzwischen fast deutsche Preise für Getränke bezahlten.
Anschließend hatten wir noch etliche Höhenmeter vor uns, bevor wir in Ragami ankamen.

Viele Touristen lassen sich von hier aus die letzten 9 km nach Valbona mit dem Taxi fahren. Wir liefen bis zum Hotel Fushna Gjese, wo wir unser Mittag-bzw. Abendessen einnahmen, diesmal mit albanischen Preisen. Frisch gestärkt ging es weiter nach Valbona, immer auf der Teerstraße entlang, durch Valbona durch und das Tal hinunter.
Eigentlich wollten wir am James Lake zelten, aber dies entpuppte sich als unmöglich, da es dort keine Liegefläche gab und es eigentlich nur ein Tümpel war.
Zuletzt fanden wir doch noch einen Zeltplatz hinter dem Hotel Rijinda direkt am Fluss. Dort duschten wir uns zuerst Mal in dem bestimmt 10 Grad kalten Wasser 😰 Aber wir waren wieder sauber 😁

08.07.2019 9. Etappe Çerem nach Dobërdol

Die Tour sollte ja heute unter entspanntem Wandern stehen. Im Reiseführer steht, man läuft gemächlich am Fluss entlang...
Naja wir entschieden uns für die Alternativroute, die sehr schwer zu finden war, weil wir nicht die ganze Zeit auf dem Fahrweg laufen wollten. Was soll ich sagen, wir gewannen schnell an Höhenmetern und fühlten uns teilweise wie im Dschungel. Leider hatten wir keine Machete dabei, die wäre nämlich teilweise sehr nützlich gewesen.
Nachdem wir am Morgen auf der Straße einer über 1m langen Schlange begegnet waren, war uns doch etwas mulmig zumute. Mittendrin begegneten wir einem Paar aus England, das von Cerem kam, unserem heutigen Ziel. Das war dann etwas beruhigender. Später trafen wir auf einen jungen Albaner, der zum telefonieren Richtung Valbona laufen musste, da es zwischen Valbona und Cerem irgendwann kein Handynetz mehr gibt. Dieser gab uns eine Visitenkarte vom "Relax" Guesthouse in Cerem. Naja dachten wir, vielleicht trinken und essen wir dort was.
Als wir später Cerem durchquerten, sprang uns schon ein kleiner Junge entgegen und fragte uns nach der Visitenkarte seines Bruders. Wir sollten ihm folgen und etwas trinken und essen. Wir bekamen Bier, Kaffee, frischen Salat und leckeres frisch gebackenes Brot. Als wir aßen kam der Vater dazu und erzählte uns in deutsch, dass er 5 Jahre in Deutschland als Bauarbeiter gearbeitet hat. Jetzt hat er sich dieses wirklich schöne Haus selbst gebaut. Da wir noch weiter Richtung Dobërdol wollten, fragten wir nach der Rechnung. Uns traf fast der Schlag, als er 30 Euro verlangte 😱 Aber was blieb uns anderes übrig, als zu bezahlen.

Wir haben daraus gelernt, erst nachzufragen was es kostet, bevor wir uns wieder etwas bestellen. Wir bestritten noch 400 Höhenmeter und fanden auf einem Pass einen wunderschönen Zeltplatz mit Feuerstelle.

09.07.2019 10. Etappe Dobërdol nach Milishevc

Nachdem es in der Nacht kurz geregnet hatte, warteten wir heute etwas länger mit dem Loslaufen, damit unser Zelt besser abtrocknen konnte. Gestern Abend stießen noch 3 junge Katalonier zu uns, die auch von Valbona nach Cerem wollten, aber den Weg nicht fanden und 9 Stunden umherirrten.
Die Wege waren heute wunderschön. Wir liefen durch Laubwälder und herrliche Blumenwiesen bis Balqin. In Balqin wurden wir bereits wieder am Dorfeingang empfangen, damit wir etwas trinken, oder essen. Wir tranken bei einer Familie Cola und schauten uns das neu entstandene Guesthouse an. Selbst in den kleinsten Dörfern sind inzwischen in fast jedem Haus auch Gästehäuser, oder Zimmer vorhanden.

Den Weg nach Dobërdol fanden wir dann zwar gleich wieder, wenig später waren wir dann aber wieder völlig daneben. Aber dank unseres Routenplaners könnten wir uns wieder zurück navigieren. Als wir Mittag machten, lief erst eine französische Wandergruppe an uns vorbei, danach eine deutsche. Alle mit Daypack und Wanderführer. Die Gruppen trafen wir später in Dobërdol wieder, wo sie im Guesthouse übernachteten.
Wir tranken dort noch 2 Bier, füllten unsere Wasservorräte auf und beschlossen, den letzten Anstieg von 400 Höhenmetern auf einem km heute noch zu machen. Als wir den Kamm erreichten, sahen wir schon das Gewitter im Westen kommen. Wir fanden relativ schnell in einer Senke einen Zeltplatz und bauten in Rekordzeit unser Zelt auf. 2 Minuten später war das Gewitter inklusive Starkregen da...
Was hatten wir wieder für ein Glück 😍

10.07.2019 11. Etappe Dobërdol nach Milishevc

Heute Nacht hatten wir zwei schwere Gewitter mit Starkregen und Sturm, aber wir überstanden, bzw. unser Zelt überstand dies tadellos.
Der Morgen begrüßte uns trocken, aber sehr bewölkt. Unser Zelt konnten wir trocken einpacken. Wir mussten erst wieder Höhenmeter nach oben, auf unseren ursprünglichen Wanderweg. Kaum hatten wir die ersten Höhenmeter hinter uns, empfahl es sich die Regenjacke und den Rucksacküberzug heraus zu holen.
Das Gewitter kam auch prompt. Nachdem wir erstmal wieder in die falsche Richtung liefen, dies aber zum Glück bemerkten, ging es weiter bergauf. Wir kamen von einem Gewitter ins andere und wurden immer nässer.
Maike zog noch die Regenhose über, Thomas lief weiterhin mit kurzer Hose. Die Wolken hingen teilweise so tief im Berg, dass man nur noch im Nebel lief. Wir trafen auf 6 belgische Jungs, die auch nach Milishevc wollten und dank uns gleich in die richtige Richtung liefen, da wir von der falschen Richtung kamen.
Bis zum Wegweiser Roshkodol ging dann auch alles gut. Danach liefen wir erstmal erneut den falschen Weg um dann wieder den richtigen Weg zu suchen. Plötzlich fanden wir uns mitten in einem Wald wieder und sollten aber 400 m weiter links sein. Also durch den Wald, Nass waren wir ja eh schon... Nachdem wir den Wald durchquert hatten, hagelte es mit einmal was runter kam.. Thomas hatte inzwischen mehr Wasser in seinen Wanderschuhen als aussen.
Danach mussten wir einen eigentlich kleinen Bach überqueren, der jetzt aber reissender Fluss war. Thomas ging mit seinen Wanderschuhen durch, da diese eh schon nass waren. Maike zog die Schuhe und Strümpfe aus und versuchte sich nicht vom Fluss mitreißen zu lassen. Endlich, nach^5 Stunden gehen, ohne Pause, erreichten wir Roshkodol.

Gleich am vierten Haus, fragten wir nach einem Guesthouse und wir hatten Glück. Wir durften bei einem Mann unterkommen, der gerade Ferien in Roshkodol machte und eigentlich in Belgien wohnt. Er hatte in seinem winzigen Haus einen Ofen, wo wir alle unsere Sachen trocknen konnten. Wir waren so glücklich darüber, da es nur noch regnete und gewitterte. So beendeten wir diesen Tag nicht in unserem Zelt, sondern im Guesthouse.
Unser Gastgeber stellte uns Kekse hin, kochte uns Tee aus heimischen Pflanzen und servierte uns ein tolles Abendessen. Selbst die nassen Wanderschuhe von Thomas wurden über den Ofen zum Trocknen gehängt. Nachdem wir frisches Wasser geholt hatten, die Hühner und Kühe versorgt hatten, wollten wir nur noch schlafen.

11.07.2019 12. Milishevc zum Rugova Camp

Um 06.30 Uhr weckte uns blauer Himmel und Sonnenschein. Unglaublich nach dem letzten Tag. Wir halfen beim Melken, fütterten die Hühner und bekamen kurz darauf Besuch von der Familie des Gastgebers. Sein Bruder mit Familie kam, da diese bis Ende August auf der Hütte bleiben. Die Frau bereitete uns ein leckeres Frühstück mit frischen Eiern, Tomaten und Käse. Zum Abschluss gab es noch einen extra starken Kaffee. Wir verabschiedeten uns von der Familie, die uns so herzlich aufgenommen hatte.

Mit trockenen Sachen konnten wir wieder weiter laufen. Damit wir den richtigen Weg finden, lief unser Gastgeber 1 Stunde mit uns mit und versorgte uns nebenbei immer wieder mit frischen Walderdbeeren. Vielen Dank nochmals für die tolle Gastfreundschaft!!

In Milishevc ging es dann erstmal 400 Höhenmeter nach oben. Es war zwar sonnig, aber windig und deswegen nicht so schweißtreibend. Oben angekommen hatten wir nochmals ein fantastisches Bergpanorama. Wir überquerten Wiesen und kamen nach einem kleinen See zum eigentlichen Abstieg ins Rugovatal.
Zum Glück war das unser Abstieg...1000 Höhenmeter innerhalb 5 km und nirgends eine Wasserquelle. Der Abstieg war schon sehr kräftezehrend, wie ist dann erst der Aufstieg??? Nach 2,5 h Stunden Abstieg, (Thomas sagte, irgendwann sind wir im Erdinneren) kamen wir direkt beim Rugova Camp Hotel raus.
Wir gönnten uns leckere Pizza mit Bier. Da ein Zimmer hier nur 40 Euro kostete, beschlossen wir die Nacht hier zu verbringen. Nach 11 Tagen eine heiße Dusche...Einfach nur genial 😊

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