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2018-11 Patagonien

3. Dezember 2018
2018-08 Über die Schesaplana Richtung Zimba
27. August 2018
 

PATAGONIEN

Vom 09.11. bis 01.12. haben wir uns einen langen Traum erfüllt, Patagonien
Tourbeschreibung Teil 1 04.12.2018 der Rest ist in Arbeit...........

Viel Spaß beim Lesen und Bilder schauen!



Eure Dreamhiker

9. und 10. November : Flug nach Buenos Aires

Der Flieger(Boing 747-8) ist komplett ausgebucht. Das bedeutet, mit uns fliegen 598 Andere nach Argentinien. Die Nacht verlief ruhig und wir konnten etwas schlafen. Um 6.00 teilte uns der Kapitän mit,dass in Buenos Aires ein Gewitter ist und wir zur Sicherheit noch in Sao Paolo landen, um zu Tanken.
Über dem Luftraum von Buenos Aires ging es dann sehr turbulent zu. Maikes Sitznachbar wurde ganz gelb im Gesicht und griff sofort zur Spucktüte. Nach mehreren Extrarunden, landeten wir erfolgreich. Da die Wetterverhältnisse so chaotisch waren, war kein Gate mehr frei und wir mussten im Flieger über eine Stunde warten, bis für uns ein Gate frei wurde.
Im Flughafen angekommen standen wir weitere 2 Stunden bei der Einreise, um ein Visa zu bekommen. Eigentlich sahen wir uns schon, unser Gepäck bei der Fundstelle abholen zu müssen. Aber weit gefehlt….Wir warteten noch 1,5 Stunden auf unser Gepäck, da das Bodenpersonal für das Gepäck ausgerechnet heute streiken musste! Das bedeutete, dass alle ankommenden Passagiere auf ihr Gepäck warteten. Noch nie hatten wir bis dahin erlebt, dass Leute klatschen, als sich das Förderband in Bewegung endlich in Bewegung setzte.

Als wir endlich unsere Rucksäcke hatten, mussten wir uns erstmal bei McDonald’s stärken 😉 Eigentlich wurde uns Taxi Ezeiza empfohlen, aber in Anbetracht der Warteschlange wollten wir unser Glück anders versuchen. Nach 5 Minuten hielt ein sehr netter absolut korrekter Taxifahrer.
Er gab die Hoteladresse sofort ins Navi ein und fuhr uns ohne Umweg dorthin. Die Straßen waren teilweise so überflutet, dass es eine Herausforderung war, dort zu fahren. Nach 20 Minuten hatten wir es endlich geschafft. Da der Taxifahrer so freundlich und ehrlich war, buchten wir ihn sofort für den nächsten Tag zur Abholung um 5.00 Uhr für unseren Weiterflug nach El Calafate.
Nach diesen Strapazen, wollten wir nur noch ins Bett, was wir dann auch sofort machten.

11. November: Flug nach El Calafate und weiter mit dem Bus nach El Chalten

Heute Morgen sah die Welt schon wieder viel fröhlicher aus. Erstens hatte es aufgehört zu Regnen, beziehungsweise Schütten und Zweitens hatten wir 10 Stunden geschlafen.
Um 4.55 Uhr klingelte schon unser freundlicher Taxifahrer, um uns abzuholen. Wir haben seine Nummer und werden ihn auf jeden Fall wieder buchen. Nach 40 Minuten Fahrt setzte er uns am Flughafen ab. Dasselbe Spiel begann wieder…Einchecken, Warten, Fliegen...Auf geht´s nach El Calafate!
NAch 2,5 Stunden Flug sind wir in El Calafate angekommen,dort fiel uns sofort ein Stand auf, der Busfahrten nach El Chalten anbietet. Sofort gingen wir dorthin und erfuhren, dass in 30 Minuten (12.30 Uhr) der Bus vom direkt Flughafen abfährt, perfekt! Unsere Hinfahrt nach El Chalten war gerettet.
Kaum führen wir 200 m, blieb der Busfahrer stehen, weil es ein Problem mit der Bustür gab…sie schloss nicht. 10 Minuten später fuhren wir weiter. Was wir nicht wussten, war dass der Bus auf den wirklich kerzengeraden Strassen, nicht schneller als 60 km/h fuhr. So überholten uns die großen Busse und natürlich alle Autos. So entschleunigt man im Urlaub 😉

Nach einer kurzen Pause an einem Hotel und 3 Fotopunkten kamen wir um 17.00 Uhr in El Chalten an. Allerdings wurden wir dafür direkt an unserem Zeltplatz abgesetzt. Wir bauten schnell unser Zelt auf, gingen Einkaufen und holten uns eine teure Gaskartusche. Danach liefen wir noch zum Vicitorcenter des Parque Nacional los Glaciares, um zu sehen, wann er am nächsten Tag wieder öffnet, dort muss man sich für den Huemul Trek registrieren lassen.

Zum Abschluss des Tages gönnten wir uns noch Steaks mit Pommes und Salat, sowie argentinisches Bier. Da wir Beide das Bier nicht gewohnt waren, kam an diesem Tag nur noch Schlafen in Frage. Morgen geht´s endlich los.............


Der Huemul Circuit,
eine viertägige Trekkingtour rund um den Cerro Huemul



1. Etappe El Chalten zum Laguna Toro

15 Kilometer, 6 Stunden, 703 Hm aufwärts, 460 Hm abwärts


Huemul-Trekker folgen zunächst dem Wanderpfad hinter der Rangerstation zum Mirador de la Loma und halten sich bei der Abzweigung links, Richtung Laguna Toro. Nach einer Hochebene geht es bergab in das Tal des Río Túnel. Diesen muss man drei Mal furten. Das Camp (S 49°23'07" W 73°02'33") liegt in einem kleinen, windgeschützten Wald unweit der Laguna Toro.


2. Etappe Laguna Toro zum Paso del Viento

12,5 Kilometer, 7 Stunden, 796 Hm aufwärts, 519 Hm abwärts


Steinmännchen weisen den Weg zum Drahtseil, das nur wenige Minuten hinter der Laguna Toro hängt. Nach der Flussquerung führt ein Pfad Richtung Westen. Am Ende einer Gletscherzunge überwindet man die Schuttberge des Gletschers Río Túnel und steigt weiter bergan, zum 1415 Meter hohen Paso del Viento. Nun geht es über Geröll links den Berg hinab und in eine Senke. Dieser folgt man bis zum Camp "Refugio Paso del Viento" (S 49°25'31" W 73°06'28").


3. Etappe Paso del Viento zum Lago Viedma

16,5 Kilometer, 8 Stunden, 429 Hm aufwärts, 1093 Hm abwärts


Vom Zeltplatz umrunden Trekker zunächst den See, dahinter beginnt der Pfad. An den Hängen des Huemul-Massivs steigt man gemütlich bergan, mit Aussicht auf das Inlandeis und den Viedma-Gletscher. Der schwierige Teil beginnt nach dem Paso Huemul (1005 m): dahinter geht es meist steil und rutschig bergab, bis an das Ufer des Lago Viedma. Am Ende wartet eine kleine Wiese, auf der man die Nacht verbringen kann. Wer noch Kraft in den Beinen hat, wandert rund eine Stunde bis zur Bahía Cabo De Hornos, einer kleinen Bucht – und zeltet direkt am See. Dazu müssen noch zwei Bäche gefurtet werden.


4. Etappe Bahía Cabo De Hornos nach El Chaltén

20 Kilometer, 8 Stunden, 428 Hm aufwärts, 417 Hm abwärts


Am Ende der Bucht wendet man sich ins Landesinnere. Kleine Pfade und rot markierte Pfosten geben zunächst noch die Richtung vor, nach rund zwei Stunden Gehzeit verschwinden sie allerdings. Weiter leitet die Route durch ein sumpfiges Hochtal bis auf ca. 600 Meter. Zwischen zwei Grashügeln führt eine sanfte, weglose Rinne (rechts halten) hinab Richtung Viedma-See. Oberhalb seines Ufers verläuft ein Pfad zu einem kleinen Hafen, der sich in der Bahía (span. für Bucht) Río Túnel befindet. Bevor man diese jedoch erreicht, muss man (je nach Jahreszeit) entweder den Río Túnel furten oder sich über ein Drahtseil hangeln. danach am Zaun entlang zurück nach El Chaltén. Quelle: Outdoor Magazin









Huemul Circuit

Details zur Tour


12.11. 1. Etappe El Chalten zum Laguna Toro

Um 05.20 war Thomas putzmunter und hungrig Um 06.00 hatte er Maike soweit, dass sie ansprechbar war. Also gab es Frühstück, eine Dusche und danach wurde alles in die Rücksäcke verpackt.
Wir liefen zum Vicitorcenter und erfuhren, dass das Wetter stürmisch werden soll. Wir mussten unser Kletterequipment, Kocher und eine Karte vorweisen. Die Karte besassen wir leider nicht und das GPS alleine ist nicht ausreichend, also lief Maike wieder in die Innenstadt um eine zu kaufen. Nachdem Thomas alles ausgefüllt hatte und die Karte vorgezeigt wurde, konnte es los gehen.
Geplant waren 16 km in 6 h. Unsere schweren Rucksäcke machten sich bergauf schnell bemerkbar. Nach 2 Stunden fanden wir ein Plätzchen direkt neben einem Bach zum Mittagessen.
Maike wollte immer wissen, was jetzt das Besondere an diesem Treck ist, da es hier aussah wie auf der Schwäbischen Alb. Wiesen mit Löwenzahn und Bannwald. Der Wind von Rumänien war bei uns und der Matsch von Norwegen…Na toll und deswegen reisten wir um die halbe Welt. Erst gegen Schluss der Etappe sah man die Ausläufer des Gletschers. Und dann sah man auch die ersten Gründe warum Patagonien eben so besonders ist.
Ganz in der Nähe des Gletschers war unser erster Zeltplatz…Laguna Tora. Da wir die ersten waren, konnten wir uns noch den besten Platz aussuchen. Wir genossen die Ruhe und gingen recht früh schlafen.

13.11. 2. Etappe Laguna Toro zum Paso del Viento

Die Nacht war wider Erwarten nicht stürmisch und wir wurden morgens von blauem Himmel geweckt. Der Tag fing vielversprechend an. Nach dem Frühstück packten wir schnell unsere Sachen und es ging erstmal am Fluss entlang. Nach einem kleinen Anstieg sahen wir den ersten Ausläufer des Gletschers.
Leider nahmen wir erstmal den falschen Weg und landeten über einem reissenden Bach, der nicht zu überqueren ging. Also ging es wieder zurück und von dort sahen wir auch das Seil, mit dem wir den Bach überqueren sollten.
Am Seil angekommen, war es so stürmisch geworden, dass wir uns kaum auf den Füssen halten konnten. Thomas überquerte den Bach zuerst, nahm ein Seil mit, dass wir anschließend die Rücksäcke rüber ziehen könnten. Das Problem war nur der Sturm, der Maike das Seil aus der Hand riss und somit konnten die Rucksäcke nicht rüber gezogen werden. Also musste Thomas wieder zurück und ganz Gentleman, dachte er, er nimmt gleich alle Zwei mit. Ungefähr ab der Mitte, reichte seine Kraft nicht mehr aus und er schaffte nur einen Rucksack, der Andere fuhr wieder zu Maike zurück. Thomas machte dann das Seil an die Tirolese und so konnte der Rucksack dann doch noch auf die andere Seite gelangen.
Da Maike inzwischen, nach 1,5 Stunden, so ausgekühlt war, wollte sie nur noch auf die andere Seite, egal wie. Nach 2 Stunden hatten wir die jeweils 50 m tatsächlich überwunden 😂

Danach ging es stetig bergauf. An einem kleinen Bach, machten wir bei Windstille Pause. Danach ging es nur noch steil bergauf. Oben angekommen erwartete uns ein richtiger Sturm, wir konnten uns nur mit Mühe auf den Beinen halten. Mit diesem Sturm, der teilweise heftige Böen hatte, mussten wir absteigen. Es kam zu mehreren Stürzen, die zum Glück alle glimpflich ausgegangen sind.
Nach 2 Stunden kamen wir an unserem Campingplatz Campo del Viento an. Da der Sturm nicht nachgelassen hatte, mussten wir im Sturm unser Zelt aufstellen, was nicht gerade einfach war.
Nachdem Thomas alles soweit abgespannt hatte, gab es erstmal was zum Essen.
Wir waren eigentlich so kaputt von der Tour, aber da es solche Sturmböen gab, dass wir dachten wir fliegen mit dem Zelt davon, konnten wir an Schlafen nicht Mal annähernd denken. Irgendwann müssen wir dann trotz Sturm eingeschlafen sein und zum Glück hielt unser Zelt.

14.11. 3. Etappe Paso del Viento zum Bahía Cabo De Hornos

Nicht wirklich ausgeschlafen krabbelten wir gegen 7 Uhr aus unseren Schlafsäcken. Es war immer noch extrem stürmisch und wir kochten uns erstmal einen Kaffee und frühstückten.
3 Mitwanderer liefen den Track in 2 Tagen…Großen Respekt vor dieser Leistung 🤔!! Nachdem wir unter Sturm wieder unsere Sachen eingepackt hatten, ging es los. Der Weg erinnerte uns komplett an die Hardangervida in Norwegen.
Es war noch immer sehr windig, aber nicht mehr stürmisch. Wir sahen die riesigen Ausmaße des Río Túnel Gletschers. Ab und an, wenn die Sonne durchkam, sah man dieses wundervolle türkis des Eises leuchten.

Zum Mittagessen fanden wir einen tollen windstillen Platz an einem Gebirgsbach mit strahlendem Sonnenschein. Gerade als Thomas die kurze Hose anziehen wollte, verschwand die Sonne hinter den Wolken und wir hatten plötzlich einen heftigen Schneesturm. Unter Begleitung des Schneesturms ging es, zum Glück mit Rückenwind, den Berg hinauf.
Der Abstieg war weitaus interessanter…..Wir mussten unter Bäumen durch, die teilweise wie ein Dickicht waren und wir jedesmal eine Dusche erhielten. Es war ein absolut steiler Abstieg, mit Kletterpassagen am Seil, rutschigem Untergrund durch den Regen am Vortag, so dass wir Beide des Öfteren ungewollt im Dreck landeten.
Um 17.30 Uhr kamen wir völlig durchnässt und verfroren am Camp Bahía Cabo De Hornos an. Da wir die Ersten waren, suchten wir uns den geschütztesten Platz für unser Zelt aus.
Da uns so kalt war, hatten wir für die Schönheit des Gletschersees und den vielen Eisblöcken, an diesem Abend nicht viel übrig. Wir wollten nur noch trockene Sachen und was Warmes zum Essen. Aber der nächste Morgen war phantastisch...... Durch das Schlafdefizit der Vornacht, schliefen wir ganz früh ein.

15.11. 4. Etappe Bahía Cabo De Hornos nach El Chaltén

Wir wurden durch das Gezwitscher der Vögel, blauen Himmel und Sonnenschein geweckt. In der Nacht hatte es sich eine Maus über den Müslibeutel von Thomas gefreut, da er seinen Rucksack im Vorraum des Zeltes ließ 😂.
Heute frühstückten wir mit Blick auf den See und die riesigen Eisschollen. Der Anblick war wirklich gigantisch und entschädigte für die vorangegangenen Strapazen.

Ein Pärchen, das mit uns den Trail machte, erzählte uns, dass sie gestern Nachmittag wegen des Nebels und des Schneesturms 2 Stunden nach dem Abstieg suchten….da hatten wir richtig Glück gehabt, denn die Beiden sind erst um 20.00 Uhr am Zeltplatz eingetroffen.
Der letzte Tag war wunderschön zu Laufen, es ging über Steppe, kaum Anhöhen und immer den Blick auf den Gletschersee Lago Viedma.
Die letzte Herausforderung kam in Form der Tirolese. Da Maike dies ja schon kannte wollte sie als Erste über den Fluss…Das Problem war, dass sie so weit unten eingehängt war, dass sie mit den Armen gar nicht mehr ans Seil kam. Also zog Thomas sie wieder zurück. Beim nächsten Anlauf, lief die kleine Umlenkung von Thomas so schlecht, dass Maike es nur ein Viertel über den Fluss schaffte und danach völlig entkräftet von Thomas zurück gezogen wurde. Mittlerweile war auch das junge Paar da und wir beschlossen Teamwork zu machen. Erst ging Thomas nach drüben und mit 2 Seilen konnten dann alle, mittlerweile noch 2 Deutsche, auf die andere Seite gezogen werden.

Aus lauter Dankbarkeit meinte Einer der Deutschen, wir sollten gemeinsam zur Bootshaltestelle laufen, er würde dort sein Gepäck bei uns lassen, schnell die 7 km zum Auto laufen und uns dann mitsamt dem Gepäck aufsammeln und nach El Chalten bringen. Doch der Plan ging nicht auf, denn wir mussten kilometerlang einem Zaun folgen und hatten keine Möglichkeit auf die andere Seite zu gelangen. So ging es also nach den bereits 16 km bis zum See noch weitere 7 km bis zum Anfangspunkt. Unterwegs träumten wir alle von Bier, Pizza und und noch mehr Bier. Um 18.00 Uhr hatten wir es tatsächlich geschafft und Thomas und ich gingen sofort in eine Bäckerei, um uns mit leckeren Croissants zu versorgen.
Der Wind war inzwischen auch in El Chalten so stark, dass bereits zwei Zelte auf dem Campingplatz mit gebrochenen Stangen komplett kaputt waren!
Da wir es ja inzwischen gewohnt waren, im Sturm ein Zelt aufzubauen, ging es bei uns sehr schnell. Nach einer ausgiebigen Dusche ging es dann in die Pizzeria. Wir bestellten gleich 2 Pints und wollten 2 Pizzas und einen Salat. Die Wirtin sagte, die Pizza sei sehr groß und wir sollten nur eine bestellen. Nein, wir hatten Hunger und wollten Zwei!!! Sie sagte, dass die Pizza wirklich sehr groß sei, wir sollten nur Eine nehmen. Also wollten wir eine Pizza und zwei Salate nehmen. Sie sagte, auch der Salat wäre groß. Wollte sie an uns nichts verdienen???? Wir hatten riesigen Hunger!!! Also bestellten wir eine Pizza und einen Salat. Zufrieden nahm sie die Bestellung auf. Unser Nachbartisch bekam eine Pizza und aß sie zu sechst!!? Unser Salat kam in einer Schale aus Pizzateig und war groß. Die Pizza sprengte jedoch unsere Vorstellungen…sie war etwa 35cm groß, aber ungefähr dreimal so dick belegt wie bei uns. Kurz und knapp, Thomas schaffte 2 ¼ Stück, Maike 2 Stück. Es blieben also noch 3 übrig, die sie uns augenzwinkernd einpackte. So hatten wir für den nächsten Tag schon ein Mittagessen.
Auf dem Heimweg sahen wir noch den beeindruckenden Sternenhimmel von Patagonien…einfach nur wow…..das perfekte Geburtstagsgeschenk für Maike die heute Ihren Ehrentag hatte!


Torres del Paine



Der Nationalpark Torres del Paine (spanisch Parque Nacional Torres del Paine) ist einer der bekanntesten Nationalparks in Chile, gelegen im Süden des Landes um die Berggruppe der Cordillera del Paine. Paine heißt in der Sprache der Tehuelche-Indianer (Aonikenk-Indianer, Patagonier) „himmelblau“, Torres del Paine also „Türme des blauen Himmels“.



Der Nationalpark Torres del Paine liegt im Süden Chiles und ist ein Teil Patagoniens. Er gehört zur Región de Magallanes y de la Antártica Chilena (Provinz Última Esperanza) und liegt rund 140 km nördlich der Stadt Puerto Natales.

Im Norden grenzt der Nationalpark an Argentinien, wo der Nationalpark Los Glaciares anschließt. Im Westen liegt der Grey-Gletscher mit dem See Lago Grey, im Süden der Lago del Toro und im Osten der Lago Sarmiento de Gamboa.

Die Nationalpark-Fläche umfasst 2420 km². Er ist durchzogen von bis zu beinahe 3000 m hohen Bergen, Gletschern, Fjorden und großen Seen.

Die „Torres del Paine“ sind das Wahrzeichen des Nationalparks. Dabei handelt es sich um drei nadelartige Granitberge, die zwischen 2600 und 2850 m hoch sind. Die Berge liegen etwa in der Mitte des Nationalparks. Südlich dieser drei Berge liegt der See Lago Nordenskjöld, benannt nach dem schwedischen Geologen Otto Nordenskjöld.

Der höchste Berg im Nationalpark ist der Cerro Paine Grande mit 3050 m.

Große Teile des Nationalparks sind vergletschert. Der bekannteste Gletscher ist der Grey-Gletscher, der in den Lago Grey kalbt.

Im Sommer liegen die mittleren Temperaturen bei 11 °C und im Winter bei ca. 1 °C. Quelle: Wikipedia



19.11. 1. Etappe Laguna Amarga (Parkeingang) zum Campamento Serón

Mit absolut voll gepacktem Rucksack ging es nach einem kurzen, aber leckeren Frühstück los. Von überall strömten die Backpacker zu Bushaltestelle, um in den Torres del Paine zu kommen.
Das Einchecken verlief diesmal ganz unspektakulär und wir mussten nicht Mal zusätzlich eine Gebühr zahlen. Anstatt nach 2 Stunden, erreichten wir schon nach 1,5 h den Park, wo wir einchecken mussten und schon konnte es los gehen.

Ausser einem holländischen Paar und uns, nahmen alle den Bus nach Torres. Wir folgten einem Pfad, der anfänglich nicht markiert war. Das Wetter meinte es nicht gerade gut mit uns, denn der Regen und Wind wurden stärker. So mussten wir bei der nächsten Gelegenheit unsere Regensachen aus dem Rucksack holen.
Pause konnten wir noch halbwegs im Trockenen an einem kleinen Bach machen, ab diesem Moment öffnete der Himmel komplett seine Schleusen und wir waren nach einer Stunde komplett durchnässt.
Die Wege wurden komplett matschig und wir hatten echte Probleme, nicht nimmt Matsch auszurutschen.

Um 14.15 Uhr hatten wir es tatsächlich geschafft. Im Camp angekommen, mussten wir erstmal wieder registrieren. Offensichtlich fanden sie aber unsere Reservierung nicht, da wir aber die Zahlung nachweisen konnten, dürften wir uns letztendlich doch eintragen. Mittlerweile hatte der Starkregen aufgehört und wir konnten wenigstens unser Zelt trocken aufstellen.

Wir waren durch die Nässe so ausgekühlt, dass wir uns erstmal im Schlafsack eine Stunde aufwärmen mussten.
Insgesamt sind hier bestimmt 100 Wanderer untergebracht, mit insgesamt 2 Toiletten und 2 Duschen. An der Rezeption gibt es 3 Tische, wo vielleicht 20 Personen Platz haben. Ansonsten gibt es ein großes Zelt, in dem gekocht werden kann /soll.
Offensichtlich werden die 40 Dollar, die mindestens bezahlt werden müssen, nicht für die Ausstattung des Camps verwendet, sondern zum Abrippen von Touristen. Die Männer an der Rezeption waren so dermaßen unfreundlich, dass unsere Laune am ersten Tag nicht die Beste war.

Da morgen eine 10 stündige Tour ansteht, beschlossen wir früh Schlafen zu gehen.

20.11. 2. Etappe Campamento Serón zum Refugio Dickson

Um 6.30 Uhr erwachten wir schon. Es hatte die ganze Nacht durchgeregnet und das Kondenswasser tropfte bei jeder Gelegenheit ins Innenzelt.
Nach dem Frühstück packten wir schnell unsere Sachen zusammen und bereits um 08.00 Uhr verließen wir das schreckliche Camp.

Thomas hatte noch ein paar trockene Socken, Maike hatte ihre feuchten Strümpfe über Nacht an, und so waren die Strümpfe wieder trocken. Leider waren unsere Wanderschuhe aber noch nass und so dauerte es nicht lange, bis die Strümpfe wieder nass waren.
Der Regen wurde wieder deutlich mehr, man kann sagen, es schüttete. Nach einer Stunde verließ uns die perfekte, teure Regenkleidung es schütte inzwischen wie unter der Dusche, das ganze wagerecht ins Gesicht bei Temperaturen von um die 5°C. In Maikes Wanderschuhen schwappte das Wasser hin und her und Thomas Regenjacke war mittlerweile völlig durchlässig. GoreTex "GUARANTEED TO KEEP YOU DRY™" ich wünschte mir einen schweren gelben Ostfriesennerz!

Die Landschaft ist bei trockenem Wetter bestimmt sehr eindrucksvoll, aber in Anbetracht des Starkregen, wollten wir nur noch Strecke machen. Bereits um 10.30 erreichten wir den Rangerstützpunkt, an dem wir uns wieder registrieren mussten und unsere Campreservierungen vorweisen, damit wir weiter durften. Danach standen noch 10 km auf dem Plan bis zum Campamento Dickson.
Anscheinend liefen wir heute so schnell, dass wir bereits um 13.00 Uhr am Camp ankamen. Dort mussten wir uns wieder bei den Rangern registrieren und anschließend einchecken. Wir durften zuerst unser Zelt aufstellen, da wir komplett durchnässt waren. Maike fragte nach einem Trockenraum, den es aber leider nicht gab. Dafür wurde uns der Vorschlag gemacht, unseren Zeltplatz gegen 2 Betten einzutauschen, was wir sofort machten.
Wir bekamen 2 Betten in einem 8-Bett-Zimmer und konnten unser Glück nicht fassen. Da wir die Ersten waren, konnten wir unsere nassen Sachen überall zum trocknen ausbreiten.
Kurz danach trafen auch unsere 6 Mitbewohner ein. Allesamt hatten ihr Zelt gegen ein Bett eingetauscht, da Jeder komplett durchnässt war. Das Beste war ein Holzofen im Gastraum, um den wir alle nassen Sachen hängen konnten.
Vom Trockenen konnten wir die anderen Mitwanderer bedauern, die auch komplett durchnässt ankamen, aber in ihren Zelten schlafen mussten. Da das Refugio vielleicht über 25-30 Betten verfügte. Aber.... wer zuerst kommt ..... :-)

21.11. 3. Etappe Refugio Dickson zum Campamento Los Perros

Wider Erwarten, konnten wir nachts gut schlafen, obwohl wir zu 8 in einem kleinen Raum waren.
Am Morgen weckte uns der Sonnenschein auf. Wir frühstückten und packten unsere, inzwischen fast trockenen Sachen zusammen. Danach ging es bei schönstem Wetter los und zwar in den nassen Wanderschuhen. Aber man gewöhnt sich daran und solange man läuft, ist es nicht kalt. Mit uns verließ zur gleichen Zeit ein Paar aus den Niederlanden das Camp und so liefen wir zu Viert.
Heute verstanden wir, warum der Trail so schön ist, bei Sonnenschein wirkt alles viel freundlicher, als bei Starkregen. Wir wanderten viel durch Wald nur der Regen von gestern hatte die Wege in Schlamm verwandelt.
Es ging über Brücken,große und kleinere Bäche. Heute sahen wir das erste Mal den Gletscher (Glacier Perros) aus der Nähe, der im Sonnenlicht einfach grandios aussieht.

Wir machten eine kleine Pause in der Sonne, um uns für den letzten Anstieg zu stärken. 5 Minuten später mussten wir unsere Regenjacken, die wir zuvor auszogen wieder anziehen, da plötzlich ein Schneesturm aufkam. Als wir am Camp ankamen, schien aber schon wieder die Sonne. So konnten wir unser Zelt trocknen und erstmal Mittagessen kochen. Jetzt wissen wir auch warum man in Patagonien alle 4 Jahreszeiten an einem Tag erleben kann!
Morgen früh müssen wir um 06.00 Uhr loslaufen, da es anscheinend die beste Zeit ist, um den Berg zu überqueren.

22.11. 4. Etappe Campamento Los Perros zum Campamento Paso

Um 04.45 Uhr klingelte der Wecker. Thomas wollte überhaupt nicht aufstehen, aber wir mussten.
Überall krochen die Wanderer aus ihren Zelten und es war schon reges Treiben. Nach dem Frühstück packten wir unsere Sachen und los ging es.

Direkt nach dem Camp begann schon der Anstieg. Es waren heute circa 680 Höhenmeter zum John Gardner Pass zu bewältigen und anschließend 780 Höhenmeter Abstieg, zum Campamento Paso. Es war trocken, aber noch sehr kalt, denn in der Nacht hatten wir Neuschnee.
Der Weg war eine Herausforderung, denn es war matschig, ging durch Wasser, über Wurzeln und langsam verstanden wir, warum für 7,5 km 6 Stunden veranschlagt sind.
Nach 2 km, wechselte der Matsch in Neuschnee über und so erklommen wir teils im Neuschnee, zeitweise im tiefen Altschnee den John Gardner Pass. Je höher wir kamen desto stärker wurde der Wind und fast ganz Oben erwartete uns ein heftiger Schneesturm mit Nebel. Den Puma Gletscher konnten wir nur durch den Nebel erahnen.

Der Abstieg gestaltete sich zum Glück nicht so heftig wie wir erwartetet. Wir hatten zudem eine tolle Sicht auf den Grey Gletscher, leider ohne Sonnenschein. Wir mussten unendlich viele Treppen absteigen, die zum Glück dort angebracht waren, denn sonst wäre es wieder sehr matschig geworden. Der Wald durch den wir kamen, ähnelte einem Regenwald und auf der anderen Seite war der Gletscher. Bizarr und wundervoll gleichzeitig.

Um 11.30 Uhr kamen wir am Campamento Paso an und da wir die Ersten waren, suchten wir uns den besten Platz aus. Der Platz ist mitten im Wald und hat einen halboffenen Kochunterstand und ein Stehklo, das ist alles!
Nach und nach kamen die Anderen nach, suchten sich einen Zeltplatz und kochten Mittagessen. Gegen Abend hatten wir noch wunderschönen Sonnenschein und wir saßen mit den anderen draußen und genossen das schöne Wetter.

23.11. 5. Etappe Campamento Paso über das Refugio Grey zum Refugio Paine Grande

Heute Morgen wurden wir mit leichten Regentropfen begrüsst. Immerhin war unser Zelt in der Nacht komplett abgetrocknet und so konnten wir es fast komplett trocken einpacken.
Um 08.00 Uhr war alles fertig und es ging los. Der Weg zum Campamento Grey war bisher der schönste Abschnitt. Er ging teils durch Wald, teilweise durch Regenwald, über 3 Hängebrücken und meistens dicht am Grey Gletscher vorbei. Das Wetter war einigermaßen stabil und so erreichten wir bereits nach 3 Stunden das Campamento Grey.

Dort trafen wir auf viele Mitwanderer, die schon am Tag zuvor zum Camp weiter gelaufen sind. Wir erfuhren, dass ein junges Paar dort heute Morgen geheiratet hatte. Sie trug ein blaues Kleid und einen Schleier, er sogar Krawatte und Sakko.Unglaublich!!
Nach einem ausgiebigen Mittagessen mit teurem 🍺, Mars, und Kartoffel-Püree kam die nächste Strecke zum Campamento Paine Grande, das 11 km entfernt ist. Der Weg war wunderschön und wir bekamen sogar blauen Himmel.

Man merkte, dass ab hier der W-Trek beginnt, da ungefähr die dreifache Anzahl an Wanderern unterwegs ist. Es waren viele Tageswanderer dabei die sich mit dem Boot nach Paine Grande fahren lassen und einen Tagestrip zum Gletscher schauen machen.

Das Paine Grande Camp ist riesig und wir stellen unser Zelt zwischen die vielen Anderen. Bei teils heftigen Böen, aber wir sind ja geübt und ein eingespieltes Team. Dann tranken wir einen Kaffee und genossen den Blick über den türkisblauen Lago Pehoe. Wir gönnten uns eine heiße Dusche, nach 5 Tagen höchste Zeit. 😀😀

Unterm Strich war dies bisher die schönste und abwechslungsreichste Etappe. Wir genossen noch den Abend bei einer Dose Bier und einer Tüte Chips die wir uns heute für ultrateuer Geld gegönnt hatten.

24.11. 6. Etappe Refugio Paine Grande über Campamento Italiano zum Refugio Los Cuernos

In der Nacht stürmte es zum Teil ziemlich heftig, so dass einige Camper ihr Zelt erneut aufbauen und oder abspannen mussten. Wir verließen unseren Zeltplatz schon um 7.15 Uhr, da wir heute 22 km vor uns hatten.

Unser erstes Ziel war das Campamento Italiano, das ungefähr nach 1,5 h erreicht wurde. Der Weg war richtig schön und führte immer am Lago Skottsberg vorbei. Dort präsentierte uns der Wind ein seltsames Phänomen, es gab kleine Tornados, die das Wasser sichtbar in die Luft zogen.
Um 09.50 erreichten wir das Campamento, stellten unsere Rucksäcke zu den vielen Anderen und begannen den Aufstieg zum Mirador Britanico. Vom ersten Aussichtspunkt Mirador Frances sah man das türkisblau vom Lago Nordensjöld. Es war ein phantastischer Ausblick und ein weiteres Mal, wussten wir, warum wir hier sind.
Der zweite Ausblick empfing uns mit Schneeregen und heftigem Wind und weit weniger guter Aussicht, deswegen begannen wir nach 5 Minuten schon wieder mit unserem 2 -stündigem Abstieg. Dieses Ziel ist sehr beliebt bei den Besuchern des Torres del Paine, deswegen begegneten wir bestimmt mehr als 100 Leuten.

Unten im Campamento stärkten wir uns erstmal mit einer Nudelsuppe. Danach hatten wir noch 2 Stunden zum Refugio Cuernos. Der Weg verlief entlang des Lago Nordenskjöld und war sehr schön. Fast am Ende, mussten wir noch direkt am Ufer des Lago vorbei laufen, wo es so heftige Sturmböen gab, dass Maike unvermittelt in einen Baum flog. Zum Glück gab es keine größeren Verletzungen und wir kamen endlich am Camp an.

Diesmal hatte Fantastico Sur sogar unsere Reservierung vorliegen und wir bekamen eine Plattform zugewiesen. Unser Zelt war aber zu groß für diese Plattform und da es so stürmisch war, wollten wir lieber einen Zeltplatz im Wald. Zum Glück bekamen wir diesen, denn in der Nacht stürmte es so extrem, dass einige Zelte am Morgen kaputt waren. Der Sturm fühlte sich wie ein Erdbeben an. Erst vibrierte der Boden, man hörte von Weitem ein lautes Rauschen und Sekunden später, wurde unser Zelt durchgeschüttelt. In dieser Nacht schliefen wir nicht wirklich viel.

Abends trafen wir wieder auf unsere Holländer und hatten wieder einen richtig schönen Abend. Wir gönnten uns eine Käseplatte, die sehr lecker war.

25.11. 7. Etappe Refugio Los Cuernos zum Campamento Torres

Heute war unser letzter Tag im Torres del Paine. Wir hatten wunderschönen blauen Himmel und Sonnenschein.Der Sturm der Nacht, war inzwischen einer leichten Brise gewichen.

Zusammen mit dem Paar aus Holland frühstückten wir und brachen gemeinsam zu unserer letzten Etappe auf. Wir genossen die Route zum Refugio Las Torres Central und freuten uns auf Puerto Natales. Thomas wollte dort nach ausgiebiger, heisser Dusche, einen kopfgroßen Burger mit Pommes essen. Dazu natürlich 2 Bier…. Mindestens....

Am Refugio angekommen, tranken wir noch zusammen ein Bier, danach mussten wir zum Visitor-Center, um das Busticket umzubuchen und die Tickets nach Laguna Amarga kaufen. Es funktionierte genau so,wie wir es uns vorgestellt hatten.
Um 16.00 Uhr kamen wir Puerto Natales an und waren wieder zurück in unserem Yellow Plum Tent House. Nach ausgiebiger heisser Dusche, machten wir uns auf den Weg zu unserem Burgerhouse. Dort gab es erstmal ein großes Bier und anschließend für Thomas 1,5 Burger, da Maike ihren nicht schaffte.
Danach waren wir so müde, da wir in der Nacht ja so wenig geschlafen hatten, dass wir schon um 19.00 Uhr Schlafen gingen.

Fortsetzung ist in Arbeit....

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